„Gewaltloser Widerstand“ und „Neue Autorität“

Die Erziehung von Kindern und Jugendlichen fordert Eltern und Mitarbeiter_innen in Jugendhilfe- oder Bildungseinrichtungen seit jeher heraus. Aktuell wird wahrgenommen, dass sich junge Menschen in diesen Kontexten immer weniger angepasst bzw. erwartungskonform verhalten und die Akzeptanzbereitschaft hinsichtlich Regeln und/oder direktiver Interventionen deutlich abnimmt. Die Erziehung durch Konsequenzen gerät dabei immer häufiger an ihre Grenzen.

Dies korreliert mit zum Teil schwierigen Voraussetzungen in Bezug auf einen anderen wichtigen erzieherischen Einflussfaktor: eine zumindest im Grunde tragfähige Beziehung zwischen Betreuenden und den jungen Menschen. Bindungsstörungen und Traumatisierungen führen nicht selten zu Gegenreaktionen gerade dann, wenn Bemühungen zu einer guten Beziehungsgestaltung unternommen werden.

In der Folge kann es zu Tendenzen des Rückzugs, Weglaufens, Abtauchens von jungen Menschen kommen, ohne dass Erwachsene ihnen mit dem Bedürfnis nach Aufsicht und Kontrolle folgen könnten. Dieses Verhalten ist nicht selten gepaart mit besonderem Risikoverhalten, wie zum Beispiel Spiel-, Drogen- oder Alkoholkonsum, Aufenthalten in kritischen Szenen oder Milieus. Die Erfüllung der Bedingungen eines umfassenden Kindesschutzes erscheinen dann kaum möglich.

Wie also kann es gelingen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den verantwortlichen Erwachsenen ermöglichen, ihre schützende Rolle wieder adäquat zu erfüllen? Darum soll es in dem Seminar / Workshop zum Ansatz des „gewaltlosen Widerstand“ und zur Rückgewinnung einer „Neuen Autorität“ gehen.

Ziel ist es, Methoden und Interventionen und Handlungsmodelle kennen zu lernen, die die Wiederherstellung von Präsenz und Beziehung ermöglichen, ohne auf Instrumente der Dominanz und Machtdurchsetzung zurückgreifen zu müssen.

Inhalte

  • Der Begriff der Autorität in der Pädagogik
  • Gegenüberstellung der Paradigmen einer dominanzorientierten Autorität gegenüber dem Modell der „Neuen Autorität“
  • Warum und wogegen „gewaltlosen Widerstand“ leisten? Kontexte und Anwendungsbedingungen
    • Familie
    • Jugendhilfe
    • Schule
  • Phänomene dominanzorientierter kindlicher oder jugendlicher Verhaltensweisen
  • Risikoverhalten und „wachsame Sorge“
  • Vermeidung von Machtspielen und Umgang mit Wut und Betroffenheit
  • Verlust und Wiederherstellung von Präsenz und Beziehung
  • Selbstkontrolle und die Möglichkeiten von gezielten Botschaften
  • Die Bedeutung und Installation von Netzwerken und Unterstützersystemen

Zielgruppe

Pädagogische Fachkräfte

In der Teilnahmegebühr sind enthalten

  • Arbeitsmaterialien und Unterlagen
  • Verpflegung
    • zwei Kaffeepausen mit kleinen Snacks
    • leichtes Mittagessen
    • Tagungsgetränke – Apfelsaft und Mineralwasser

Veranstaltungsort

Der Veranstaltungsort, „Leiners Landhotel“, liegt zentral zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg und verfügt über eine direkte Autobahnanbindung. Der Bahnhof Sande (Haltestelle „Sanderbusch“) ist nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt.

Als Seminarteilnehmende können sie auf Anfrage und je nach Verfügbarkeit Vorzugspreise in Anspruch nehmen. Bitte fragen Sie danach. Zimmeranfragen richten Sie bitte direkt an das Hotel.

Leiners Landhotel
Bahnhofstraße 46
26452 Sande

Tel. 04422/95860
info@leiners-landhotel.de
www.leiners-landhotel.de


Referenten

2017 (sw)Heidjer Schwegmann zum Referenten